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Euroumrüstung einer NSM Münzeinheit
NSM/Löwen-Geräte ab Baujahr 1980 mit mechanischem Münzprüfer


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Der Download ist kostenpflichtig und kann per micropayment für EUR 1,- erworben werden.
Das .pdf-Dok besteht aus 4x A4-Seiten.
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Einleitung

Die Beschreibung enthält die komplette Umrüstung einer Münzeinheit im Verhältnis 1:1. Das heißt es werden 2DM = 2EUR, 1DM = 1EUR und 10Pfg = 10ct angenommen. An der Anzeige muss so nichts verändert werden, es verändert sich lediglich das Wertverhältnis.

Schritt 1: Die Vorsortierung

Die Vorsortierung sorgt für die Zuweisung der Münzen in den richtigen Münzprüfer: 10Pfg+1DM fallen in den Vorderen, während die größeren Münzen in den Hinteren fallen. Weil das 10ct-Stück kleiner ist als ein Groschen und aussortiert werden würde, muss der erste (linke) Auswerferfinger ausgebaut werden.

Hierzu die beiden Schrauben lösen, die die Achse in der Führung halten und den Auswerfer herunterziehen.
Er kann mit Klebeband in der Vorsortierung befestigt werden, damit nichts verloren geht.

Zum Schluß muss die kleine Madenschraube (rechts neben dem 2. Auswerferfinger) ein wenig herausgedreht werden (ca. 2 Umdrehungen). So fällt auch die 2EUR Münze nach hinten durch.

Schritt 2: Der 10Pfg / 1DM-Prüfer

Von dem 0,10/1DM Prüfer wird zuerst die Klappe gelöst: Sie ist auf den Grundkörper aufgesteckt: Auf der Rückseite den Klemm-Bügel durch die Öffnung drücken.
Als ersten Schritt stecken wir den Magneten um: Oben soll das 1EUR Stück laufen, dort können wir keinen Magneten gebrauchen. Unten läuft das unmagnetische 10ct Stück, dort setzen wir ihn ein:

Die Montage erfolgt umgekehrt: Magnet einsetzen, aufpassen dass er flächenbündig sitzt und Metallplättchen mit etwas Druck aufsetzen, so dass sich die Spitzen wieder in den Kunststoff drücken.

Am besten löst man das Metallplättchen mit einem Schlitz-Schraubendreher indem man es etwas zusammendrückt und dann mit einer Spitzzange nach oben herauszieht.

Von der Rückseite des Münzprüfers löst man nun den Rändelprüfer, denn auch diesen können wir nicht mehr gebrauchen. Die Euromünze würde immer hängenbleiben, da sie nun einmal gerändelt ist.

Als nächstes bearbeitet man die beiden Stahlwippen. Beide ausbauen und für die 10Pfg-Wippe zwei Messingstückchen von ca. 2x3mm im Querschnitt zuschneiden (oder ähnliches) und mit einem 2-Komponenten Epoxyd-harzkleber aufkleben, so dass der Durchmesser entsprechend verkleinert wird:

Wie auf den beiden unteren und der rechten Abbildung zu erkennen ist, muss die Wippe ein wenig nachgefeilt werden, so dass die Euromünze leicht Spiel hat. (Hier auch am Beispiel der 2-EUR Münze).


Hier im Bild passt noch nichts...

Für die 1DM-Wippe genügt es, wenn eines der Ärmchen leicht nach innen geogen wird (siehe Bild links). Auf der gegenüberliegenden Seite mit der Einschlitzung muss ein wenig gefeilt werden. Die Schlitze dienen der Dickenprüfung: Münzen, die zu dünn sind fallen hindurch (das ist der tiefere Schlitz), Münzen in der Dicke wie das alte Markstück passen exakt und dickere Münzen (wie der Euro) bleiben stecken. Wir wollen nun erreichen, dass der Euro dieselbe Position wie das Markstück erreicht:
Der markierte Bereich muss aufgefeilt werden. Als Werkzeug eignet sich eine dünne Schlüsselfeile.

...und hier passt es perfekt

Jetzt wieder die Wippen einbauen, die Klappe in den Münzprüfer einclipsen und ausprobieren, indem man Münzen hindurchfallen lässt. Die Einstellung der beiden Umfangprüfer, die auf geniale Weise in die Wippen greifen(!) erfordert etwas Geduld und Fingerspitzengefühl. Aber beachten: Das einzige was (normalerweise) daran eingestellt werden muss, ist das Ärmchen welches in den Prüfer hereinragt (also Kontakt mit der Münze hat). Dieses mit einer Zange an der äussersten Spitze leicht nach innen oder außen biegen, je nachdem. Wer sich nicht sicher ist: Das Zusammenspiel von Wippe und Umfangprüfer beobachten, DURCHSCHAUEN! und damit spielen.

Schritt 3: Der 2/5DM-Prüfer

Wer jetzt den ersten Münzprüfer zum Laufen bekommen hat, für den ist der zweite ein Kinderspiel.

Zuerst auch hier die Wippe ausbauen und wie bei dem 1DM-Prüfer den Schlitz etwas erweitern. Dann den Umfangprüfer wie auf dem Bild links zu erkennen, ausbauen und die vorderste Spitze biegen. Evtl muss die Öffnung im Kunststoff, durch welche der Arm des Umfangprüfer hindurchragt, ein wenig erweitert werden. So ungefähr kann das Zusammenspiel Umfangprüfer und Wippe bereits funktionieren. Geringfügige Nachbesserungen sind meist notwendig, da die Toleranzen welche abgefragt werden, sehr klein sind.

Sollte das 2EUR-Stück durch die Wippe hindurchfallen, so ist auf dem geraden Ärmchen (ohne den Ausschnitt) ein kleines Messingstückchen aufzukleben um den Durchmesser zu verringern. Mir liegt irgendwie in Erinnerung, dass ich das nach dem Fotoshooting noch genau so gemacht habe....(?).

Jetzt noch eine Sache. Wenn die 2EUR-Münze korrekt angenommen wird, sollte sie auch möglichst 'schnell' durch die Wippe und den Rest des Prüfers fallen. Die Geschwindigkeit ist für die nächste Einrichtung, die letzte große Hürde, wichtig: Die Kunststoffwippe links im Bild zu sehen. Fällt die Münze zu langsam, wird sie auf das untere Ärmchen fallen und aussortiert werden. Sie soll günstigenfalls mittig durch die Wippe fallen.
Zuerst also wird die Wippe bis an den äussersten Anschlag nach links geschoben (Arretierung durch die kleine Schraube unten rechts).

Die Geschwindigkeit der Münze kann weiterhin gesteuert werden durch
a) den Abstand der Klappe zur Grundfläche. Hierzu kann in das Loch rechts unterhalb der 2DM-Wippe eine M4-Schraube gedreht werden (vorher mit einem Gewindeschneider ein Gewinde einbringen).
b) Reinigung der Laufflächen mit einem Tropfen Silikonöl (kein anderes Schmieröl!!!) und
c) Reinigung der Achsen von Umfanprüfer und Wippe mit Waschbenzin, bzw. der Bohrungen beider Teile.

Schritt 4: Die Auszahlung

Normalerweise muss an der Auszahlung nichts verändert werden. Es ist jedoch möglich, dass die kleineren Münzen (10ct, 1EUR 2EUR) nicht korrekt erkannt werden während der Auszahlung. Die Erkennung erfolgt mittels eines Kontaktdrahtes auf welchem ein Kunststoffröllchen sitzt.

Den Steckverbinder nehmen und mit einem Durchgangsprüfer untersuchen, während man eine Münze (von außen) in den entsprechenden Schlitz der Auszahlung schiebt. Das weiße Kabel ist die Zuleitung, einen entsprechenden Kontakt nimmt man an dem violetten oder dem gelben Draht ab, je nach Seite. Schließt dieser nicht, oder nur manchmal, muss die Schlitzbreite am Auswurf etwas verkleinert werden. Funktioniert auch hier mit einem eingeklebten Stück Messing hervorragend.

Bei Auswerfen einer Münze werden die Rollen zur Mitte gedrückt, wo sich ein Kontakt schließt. Dieser Impuls ist für das Gerät die Bestätigung, dass auch wirklich eine Münze ausgezahlt wurde. Schließt der Kontakt nicht, so werden mehr Münzen ausgezahlt und das Gerät zeigt eine Fehlermeldung (Leerzahlung).

Das ist ärgerlich und wir können es vermeiden:

Sieht das ganze nach dem Zusammenbau wieder aus wie auf der Abbildung links, kann die Münzeinheit wieder eingehängt und bei laufendem Gerät getestet werden. Unten der Anschlussplan für die vielen Kabel auf der ME-Platine:

Viel Erfolg!

Wichtige Hinweise

Wir geben diese Tipps nach bestem Wissen und Gewissen. Die Verwendung der Informationen erfolgt ausschliesslich auf eigenes Risiko. Auch können weder die automatenarchiv-Macher noch die Autoren für Schäden jeglicher Art, die aufgrund von Reparaturversuchen entstehen, haftbar gemacht werden

Beachten Sie bitte bei allen Arbeiten an dem Automaten, daß Reparaturen an spannungsführenden Teilen nur von Fachleuten ausgeführt werden dürfen. Ziehen Sie vor dem Öffnen des Geräts stets den Netzstecker und berühren Sie im eingeschalteten Zustand keine spannungsführenden Teile.

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